Herzlich willkommen beim Synagogen-Gedenkband Bayern!

Aktuell:

Dr. Axel Töllner ist neuer Landeskirchlicher Beauftragter für Kirche und Judentum

NÜRNBERG - Der langjährige Mitarbeiter des Synagogenprojekts, Dr. Axel Töllner, ist in sein neues Amt als Beauftragter für Kirche und Judentum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern eingeführt worden. In Gegenwart des neuen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster (Würzburg), sprachen Oberkirchenrat Michael Martin, Kirchenrat Ivo Huber, Prof. Wolfgang Kraus und andere dem neuen Beauftragten den Segen Gottes zu. Zu dem Einführungsgottesdienst waren am zweiten Adventssonntag, den 7. Dezember 2014, zahlreiche Gäste in die Nürnberger St. Egidienkirche gekommen. In seiner Funktion als Beauftragter für Kirche und Judentum übernimmt Töllner auch die Leitung des neu gegründeten Instituts für christlich-jüdische Studien an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau bei Ansbach.

In seiner Einführungspredigt äußerte sich Töllner besorgt über einen immer noch gegenwärtigen Antisemitismus: "Die Zeit der Vorurteile und der Dummheit in unserer Gesellschaft dauert leider an. Ich sehe Judenfeindschaft, die nach wie vor immer wieder Zustimmung findet. Ich sehe dasselbe alte Denken, das sich immer wieder in scheinbar neuen, aktuellen und immer raffinierteren Gewändern präsentiert: Die Juden sind schuld." Aus eigener Erfahrung konnte Töllner berichten, dass gegen Vorurteile wirkliche Begegnungen mit Jüdinnen und Juden am besten helfen. In Anlehnung an ein Bibelwort aus Lukas 21,28 ("Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht") sagte er: "Wo zwei sich aufrichten und ihre Köpfe hochheben, da kann ein Gespräch auf Augenhöhe entstehen. Wenn zwei sich ins Gesicht schauen und sich so begegnen, wenn sie sich zuhören, sich befragen und miteinander diskutieren – dann liegt darin eine Verheißung und vielleicht ein Moment, in dem Erlösung jetzt schon ganz nahe ist. Beide gehen reicher, als sie gekommen sind."

Dr. Axel Töllner wurde 1968 in Marktoberdorf geboren und studierte an der Hebräischen Universität Jerusalem sowie in Kiel und Erlangen evangelische Theologie und christliche Publizistik. Seine Dissertation wurde 2007 unter dem Titel "Eine Frage der Rasse? Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, der 'Arierparagraf' und die bayerischen Pfarrfamilien mit jüdischen Vorfahren im 'Dritten Reich'" veröffentlicht. Nach verschiedenen Pfarrstellen ist er seit 2007 Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Synagogenprojekt gewesen.

Foto: Dr. Axel Töllner (rechts neben Säule) und Dr. Josef Schuster (links neben Säule)



Synagogen-Gedenkbände helfen bei der Erinnerungsarbeit vor Ort

DINKELSBÜHL - Der von Barbara Eberhardt verfasste Artikel "Dinkelsbühl" im zweiten Synagogen-Gedenkband "Mehr als Steine" (2010), welcher die jüdischen Gemeinden in Mittelfranken behandelt, ist zur Grundlage intensiver Erinnerungsarbeit vor Ort geworden. Im November 2014 folgten 200 Personen dem Aufruf von Dr. Gerhard Gronauer, Mitarbeiter beim Synagogenprojekt, und Ingeborg Raab, Vorsitzende der VHS Dinkelsbühl, an einem Altstadt-Rundgang entlang der jüdischen Spuren teilzunehmen.

Das große Interesse der Bevölkerung überraschte die Veranstalter, aber dank der Lautsprecher, die der Tourismus-Service holte, konnten alle gut hören, als Gronauer von der Geschichte der Juden in dieser Stadt berichtete. Ein Schwerpunkt bildete das Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome von 1938. An den so genannten Stolpersteinen des Künstlers Gunter Demnig vor den Wohnhäusern vertriebener und ermordeter Juden legten die Rundgangsteilnehmer Rosen ab. Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer hatte sich der Gruppe genauso angeschlossen wie der Ansbacher Landrat Dr. Jürgen Ludwig.

Möglich war dieser lokale Rundgang auf jüdischen Spuren durch die Veröffentlichung des Synagogen-Gedenkbands geworden. Das zeigt, dass die jahrelange Arbeit der Herausgeberin und der Herausgeber sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Synagogenprojekt von großem Wert ist.

Siehe auch Bericht im "Evangelischen Sonntagsblatt für Bayern" vom 23.11.2014:

http://www.sonntagsblatt-bayern.de/news/aktuell/2014_47_anw_13_01.htm



Pfarrer Dr. Gerhard Gronauer hat im Herbst seinen Dienst beim Synagogenprojekt angetreten.



Seit 1. September 2014 arbeitet der Theologe aus Dinkelsbühl als wissenschaftlicher Mitarbeiter für den 4. Teil des Gedenkbands mit.


Die laufende Arbeit

Zurzeit arbeitet das Forschungsteam an den ehemaligen jüdischen Gemeinden und Synagogen in den unterfränkischen Landkreisen Main-Spessart und Würzburg sowie der Stadt Würzburg. Neben regelmäßigen Archivbesuchen im Staatsarchiv Würzburg sowie kommunalen Archiven stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Heimatforscherinnen und -forschern in Kontakt und begeben sich auf lokale Spurensuche. Die Herausgeberin und die Herausgeber bearbeiten derzeit Rohfassungen von Artikeln aus den ehemaligen Gemeinden der Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg.


Das finden Sie auf unseren Internetseiten

Unter "Projekt" informieren wir Sie über unsere Arbeiten, unser Team und stellen ausgewählte Forschungsergebnisse vor. Die Ergebnisse der langjährigen Recherchen werden in den Synagogen-Gedenkbänden publiziert, die Sie auch online bestellen können.

Unter "Verschiedenes" finden Sie Veranstaltungen rund ums Thema sowie die Presseberichterstattung über unsere Aktivitäten. Künftig werden wir auch Materialien zum Download bereitstellen.

Falls Sie zusätzliche Informationen haben, die Sie auf unseren Seiten bislang vermissen, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.